Kinder und Familien mit Migrationsgeschichte haben außerhalb der Schulzeit insgesamt wenige Kontakte zu einheimischen Kindern und Familien.

Migranten, die Sprachkurse besuchen berichten, dass sie kaum Möglichkeiten im Alltag haben, das Gelernte zu erproben und anzuwenden. Es fehlt an Alltagssituationen, die einen persönlichen Kontakt, ein kurzes Gespräch erlauben. Somit ergeben sich wenige Gelegenheiten das Miteinander zu erleben, vielmehr bewegen sich Migranten und Einheimische nebeneinander.

Oft ist die Bereitschaft der Begegnung vorhanden, es fehlt doch an Anlässen und Ideen, wie man Begegnungen herbeiführen könnte. Auch sozial benachteiligte Familien, Familien, deren Elternteile beide berufstätig sind, die wenig Reserven haben, um mit den Kindern etwas zu unternehmen, erleben Ähnliches.

Das spontane sich Begegnen klappt nicht, das organisierte wirkt besonders bei Erwachsenen etwas befremdlich, gekünstelt. Deshalb setzt das Patenprojekt bei den Kindern an. Denn andererseits gibt es genügend Familien, die Interesse und Zeit investieren, einmal wöchentlich ein Kind zu sich einzuladen und ihnen gemeinsam mit den eigenen Kindern einen Rahmen für Spiel und konstruktive Beschäftigung zu bieten.

Derzeit treffen sich im Rahmen des Patenprojektes deutsche Kinder und Kinder aus den Familien mit Migrationshintergrund regelmäßig in der Freizeit.

Die Intensität der Kontakte ist sehr variabel, wobei bei einigen Tandems, die ihre Beziehungen zueinander selbst als „intensiv und kontinuierlich“ beschreiben, Treffen mehrmals in der Woche stattfinden. Bei den anderen Tandems hat sich die Häufigkeit der Begegnungen auf einmal in der Woche stabilisiert.

Ein kleines Beispiel: Die Beziehungen bei einem der Tandems sind so eng geworden, dass die Eltern des einen Kindes eine einwöchige Reise ins Ausland unternehmen konnten während ihr Kind beim Tandemkind und dessen Familie blieb. Dies ist für ein Kind im Grundschulalter eine lange Zeit und zeigt dass die beiden Familien sich sehr nahe gekommen sind.

Der Zugang zu den Kindern und deren Familien entstand durch persönliche Kontakte des Projektverantwortlichen Herrn Bayram Ceran, der selber im Stadtviertel wohnt und viele Familien kennt.

Das Patenprojekt wird in Kooperation mit dem Jugendmigrationsdienst sowie mit der Unterstützung der Hohbuchschule durchgeführt.
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28.07.11 Ehrenamtliche Mitarbeiter/innen

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